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Erklärung von Allgemeines - Besonderes - Einzelnes

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System - Logik - Begriff - subjektiver Begriff - Begriff als solcher

Fragestellung

 Allgemeinheit, Besonderheit und Einzelheit sind abstrakt genommen dasselbe, 
 was IdentitÀt, Unterschied und Grund. 
 Aber das Allgemeine ist das mit sich Identische ausdrĂŒcklich in der Bedeutung, 
 daß in ihm zugleich das Besondere und Einzelne enthalten sei. (Enz. § 164)

NĂ€heres zur Frage nach der Einzelheit bei Hegel

Antwort

Drei Arten von Besonderheiten und wie diese zusammen hÀngen

Übersicht:

Wenn wir an Allgemeinheit (und ihr VerhĂ€ltnis zum Besonderen) denken, dann denken wir zunĂ€chst an Begriffshierarchien (1). Es ist die Perspektive des aufgehobenen Seins (die Abgrenzungen dort sind nun vernĂŒnftig bestimmt).

Auf diese Weise kommen wir aber nicht zur Einzelheit, die ja gerade als dasjenige bestimmt ist, die sich nicht mehr ableiten lÀsst.

Begriffshierachien: Allgemeines - Besonderheit als Art-Gattung (in Kais Terminologie: "Ă€ussere Besonderheit")

a Zweck / Mittel

(Bemerkung: Begriffe nach dem Zweck-Mittel VerhÀltnis findet man hauptsÀchlich im Bereich des menschlichen Geistes, speziell im Objektiven Geist, Technik usw.

Ich gehe hier auch deshalb zunÀchst nÀher darauf ein, weil ich das ja in meinem Begriffstutorial benutze. In gewisser Weise ist dieser Text die Fortsetzung zum Begriffstutorial)

a1 Zweck

Aus dem Begriff des Stuhls als Sitzmöbel ergeben sich die Differnzierungen der verschiedenen Stuhlarten: in dem Begriff ist der Zweck (Möbel zum sitzen genannt), je nach dem zu welchen Zwecken man sitzt, mag es unterschiedliche Sitzmöbel geben:

Der Thron, der "normale" Stuhl, der komfortable Fernsehsessel, der BĂŒrostuhl, die Wirtshausbank usw.

a2 Mittel

Je nachdem, was fĂŒr technisch-ökonomische Voraussetzungen vorhanden sind, wird dieser Stuhl aus Holz, Metall, Plastik, Glasfasern usw. in den verschiedensten Varianten angeboten (wobei klar ist, dass der Variantenreichtum aus beiden Einzelfaktoren a1 und a2 heraus mit der Zeit zunimmt).

a3 VerhÀltnis von beiden zum Begriff

Bei beiden Differnzierungen (sowohl nach dem Zweck/Inhalt wie nach dem Mittel/Form) kommt ĂŒbrigens zu der Differenzierung in die Besonderheit hier noch etwas hinzu, die Differenzierung ergibt sich aus den jeweiligen Zwecken fĂŒr die gesessen werden (die bezogen auf das Sitzen selbst durchaus "extern" sind) einerseits, den Stand des technisch-öknommischen Fortschritts (incl. der VerfĂŒgbaren Rohstoffe, Produktionsmittel, Wissen usw) die ebenfalls dem Begriff des Stuhls gegenĂŒber auch "extern" sind (i.S. nicht vollstĂ€ndig nur aus dem Begriff selbst in seirnr Allgemeinheit ageleitet werden können. Aus dem Begriff des Stuhls folgt bloss, dass dieser also von diesen Beiden "Faktoren" abhĂ€ngig ist, also sich seine Besonderheiten daraus ergeben).

b Die allgemeine Besonderheit

Eine der Besonderheiten (hier: Gattungen) könnte dabei als besonders typisch gelten, der idealtpyische "Stuhl": das wÀre dann der oben gennante "normale" Stuhl, aus Holz, mit 4 Beinen, einer Lehne, keine Armlehnen, keine VerstÀrkungen, kein Polster.

Insofern dieser den einfachsten (aber nicht unbedingt einen verkĂŒnstelten Minimalstuhl i.S einer Stehhilfe o.Ă€.) Stuhl ausmacht, aus dem sich die anderen StĂŒhle dann als Sonderformen fĂŒr typische ZWecke usw. ableiten lassen, ist es der Stuhl an sich (die Goethesche Urpflanze).

Es ist die ReprÀsentation der Allgemeinheit als allgemeinen auf der Ebene der Besonderheit (Sofern es sich um ein so ausgezeichnetes Einzelnes handelt, etwa ein historisches Einzelnes, könnte man auch von einer ReprÀsentation des Allegmeinen als Allgemeinen auf der Ebene der Besonderheit und Einzelheit sprechen)

c Die einzelne Besonderheit

Nun soll ja die Einzelheit abr nach der Besonderheit kommen, es wĂ€re also bei der Besonderheit, die die Einzelheit reprĂ€sentiert, eine solche zu finden, die nicht einfach den Begriff Ansich reprĂ€sentiert, sondern seine FĂŒlle.

Beispiele: Hier wĂ€re also der perfekte, ultimative Stuhl (eine ReprĂ€sentation, die sich natĂŒrlich historisch wandeln wird) gedacht. Bezogen auf etwa die Philosophien/Philosophen wĂ€re das Hegel/Hegels Philosophie, bezogen auf die Religionen das Christentum.

d Das besondere Besondere

Das Besondere, welches das Besondere als solche reprĂ€sentiert, ist hingegen leicht zu finden, da dieses fĂŒr jedes Besondere zutrifft. Das Besondere kann sich daher leicht weiter differnzieren (entweder in 2 Besondere, oder auch noch vielfĂ€ltig weiter differnzieren, etwa in diverse Gattungen mit weiteren Untergliederungen usw).

Auch dies ein Grund, warum dieser zweite Bereich fĂŒr Hegel der schwerste ist, am meisten Erweiterungen (und damit verbunden Umstellungen der Gliederungen) erforderte.

e Schwierigkeit mit b und c

lenkt vielleicht ab, erst weiterlesen, wenn das obige soweit klar ist:

Das typische Besonderheit im Sinne von b und c gibt es vielleicht nicht immer (wann?) und erfordert, wo vorhanden, extra Anstrengung dieses zu identifizieren. Geht man Hegels Triaden durch, so findet man in vielen keine Gliederung der Besonderheiten nach ABE, also oben: b - d - c.

In der Natur z.B.: was wÀre ein typisches Obst, ein typisches Insekt, eine typische (Ur)pflanze, ein typischer Kristall usw?

Oder bezogen auf den Menschen: was wĂ€re ein typischer Mensch an sich (vielleicht ein Baby?) und was ein Mensch in seiner ganzen FĂŒlle? FĂŒr letzteres liessen sich eigentlich nur eine ganze Variation angeben, um diese FĂŒlle auszudrĂŒcken: Budha, Jesus, Sokrates, Plato, Aristoteles, Cusanus, Leonardo da Vinci, Michelangelo, Bach, Leibniz, Euler, Hegel, Goethe, Alexander von Humboldt, Marx usw

2. Art: Historisch

Ein Problem bei der 1.Herangehensweise (vorheriges Kapitel) ist, dass die Gliederung der Besonderheiten nach ABE (Allgemeiens - Besonderes - Einzelnes), also oben: b - d - c das meiste Material (das in B bzw. oben b), unberĂŒcksichtigt lĂ€sst.

Hier hilft die historische Perspektive. NaturgemÀss fÀngt die geschichtliche Entwicklung am Anfang mit etwas Einfachem an und hört mit etwas Komplexeren auf. Und dazwischen bauen die Schritte aufeinander auf.

Wir haben heute gegenĂŒber Hegel den Vorzug, das wir dieses Prinzip nicht nur im Bereich des Geistes, sondern auch in der Natur nachvollziehen können (zumindest von der Entstehung der Sonnen und der Planetensysteme bis hin zur Evolution).

Aber zum einen kann man sich ĂŒbrall da, wo keine historische Entwicklung des Gegenstandes selbst vorliegt, mit der historischen Entwicklung unseres Wissens von dem Gegenstand behelfen (und auch unser Wissen von der historischen Entwicklung des Gegenstandes unterliegt ja selbst eienr historischen Entwicklung), denn auch hier ist es so, dass wir von einfachen ErklĂ€rungen zu immer komplexeren ErklĂ€rungen vorwĂ€rts gehen, und dabei immer mehr differenzieren (auch weil wir Unterschiede aufgrund unsere Fortschreitenden Wissens und unserer besseren Instrumente/Messmethoden ĂŒberhaupt erst zu eienm solchen spĂ€teren Zeitpunkt bemerken).

Zum anderen reicht die gegebene historische Entwicklung auch nicht einfach nur fĂŒr sich aus, sondern sie gibt uns einen Anhaltspunkt dafĂŒr, was logisch von einander abhĂ€ngig ist, auf einander aufbaut. Im wissenchaftlichen Nachvollzug dieses Historischen in der Darstellung der Entwicklung der Besonderheit kommt es also zu einer von ZufĂ€lligkeiten "gereinigten" Darstellung, bei der die logische Entwicklung den Vorang hat (so dass z.B. geniale Vorwegnahmen spĂ€terer Entwicklungen uns hier im Ablauf der logischen Darstellung nicht stören).

Anwendung bei Hegel

Religionsphilosophie

Bei Hegel finden sich insbesondere in seinen "Vorlesungen zur Philosophie der Religion" eine solche "gereinigte" Geschichte der Religionen als ausdrĂŒckliche Darstellungsprinzip der "Besonderen Religionen" (die dabei aber gleichzeitig mit den Prinzipien der Logik in loser Parallele dargestellt werden, da ein einfacherer Status ja auch mit einer einfacheren logischen Kategorie zusammenhĂ€ngt). Die absolute Religion ist dann das Christentum als besonders hervorgehobene Einzelheit, wie oben unter c besprochen. Interessant ist hier auch die "Religion der Zauberei" als b (Allgemeinheit in der Besonderheit, Religion an sich). Man könnte daraus (zurecht) auch eine Kritik Hegels an der Religion erschliessen. Aber zum einen könnte man hier natĂŒrlich sagen, dass der historische Ausgangspunkt immer auch noch ZufĂ€lligkeiten enthĂ€lt, zum anderen ist der Bezug auf die menschlichen Zwecke ja in der Tat immer gegeben, auch in der Wissenschaft und Philosophie.

Geschichte der Philosophie

In seinen Vorlesungen zur Geschichte der Philosophie behandelt Hegel nur die Besodnerheiten nach dem erwÀhnten "gereinigten" historischen Prinzip, als Besonderheit, die die Einzelheit reprÀsentiert nimmt er dabei seine eigene Philosophie (die er daher als "absolute Philosophie" hÀtte kennzeichnen können. Der Begriff der Philosophie wird eher in der EnzyklopÀdie und in der Einleitung zur Vorlesung gegebe (Fairerweise kann man ja festhalten, dass eine Vorlesung zur "Geschichte der Philosophie" eben auch nur diesen Gegenstand hat, nicht den der ganzen Philosophie. Aber Hegel weist in der Einleitung selbst auf den Zusammenhang hin - Obst Beispiel).

Ästhetik / Philosophie der Kunst

Auch in seiner Vorlesung zur Kunst gliedert Hegel die Besonderheiten des Stoffs nach den drei historischen Phasen Symbolisch (Orient) - Klassisch (Griechen, m.E. Römer) - Romantik ("Germanisch"/Christentum).

Interessanterweise entwickelt Hegel hier zum einen noch eine zweite Gliederung anhand der Kunstgattungen: von der Architektur (Symbolisch) ĂŒber die Skulptur (klassisch) bis zur Malerei, Musik und Poesie (Romantisch), wobei er diese Gattungen (wie oben angedeutet) in Parallele zur historischen Gliederung bringt (was ihm dann das Problem bringt, das diese Kunstgattungen auch vorher und nachher bestehen, also nur zu der jeweils ausgezeichneten historischen Phase besondrs gut passen).

Noch interessanter ist, dass Hegel in der Kunst das vollendete Kunstwerk in der Mitte (der Klassik) ansiedelt, die Romantik ist schon ein darĂŒberhinaus, das nur insofern noch vollendeter ist, als es den Mangel des Kunstwerkes, der SphĂ€re der Kunst, darstellt (das ist jedenfalls eine DurchfĂŒhrung die mir angesichts des oben dargestellten Prinzip c als Abschluss zu denken gibt. Hegel ist auch hier also frei von Schematismus, lĂ€sst auch hier, wie ĂŒberall, den Inhalt entscheiden)

Objektiver Geist / Weltgeschichte

Im objektiven Geist hat Hegel die Geschichte explizit als "Abschluss" and Ende gestellt. Dies weist zum einen auf noch ein anderes Gliederungsprinzip (siehe nĂ€chster Abschnitt) hin. Es gibt hier eine Parallele mit dem Ende der Naturphilosophie (Obbjektiver Geist ist ja 2.Natur), die abschliesst damit, das das Einzelen vergeht, das Allgemeine aber als Art aber (in der Abfolge der Einzelnen) ĂŒberlebt (zu Hegels Zeiten, angesichts nicht befriedigender Evolutionstheorien, nicht dargestellt ist dabei noch die Höherentwicklung in diesen beiden Abfolgen, die aber auf jeden Fall beim Geist eher bewusst und daher notwendiger ist als in der Natur).

(Nur zur Klarstellung: dieser 2. Teil löst auch noch nicht das Anfangs dargestellte Problem)

3. Art: Allgemeines - Besonderheit als Ganzes - Teil (innere Besonderheit)

Zum Einzelnen

Nach Unten

Siehe auch

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