War Hegel für den Krieg

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War Hegel für den Krieg?

Der Krieg ist gut. Nach Hegel geht es auf der geschichtlichen Weltbühne um einen Konkurrenzkampf der Staaten, der natürlicherweise mit den Mitteln des Krieges ausgetragen wird. (Helmut)

Verwirklichung der Freiheit (der Staaten)

Es geht natürlich auf der "Weltbühne" nicht um den Konkurenzkampf der Staaten als solchen (das wäre evtl. Schopenhauer oder Nietzsche, oder eher Sozialdarwinismus), sondern, zumindest nach Hegel, um die Freiheit (Einsicht in das Wesen der Freiheit und ihre Verwirklichung).

Tiefere Einsicht in den Begriff dieser Freiheit

Insofern die Einsicht in das, was Freiheit bedeutet, sich in Kunst, Religion und Philosophie gegenüber der bestehenden Praxis vertieft, so bedeutet das langfristig, dass diese Einsichten in die Wirklichkeit umgesetzt werden müssen, oder das zugehörige Staatswesen (oder meinetwegen, soziologisch "Gesellschaft") wird an diesem Widerspruch zwischen inzwischen erlangter Einsicht und Praxis langfristig untergehen (Revolution, Eroberung durch andere Staaten, Dekandenz usw).

Rückwirkungen auf den Staat

Es wäre daher im Interesse des Staatswesens wünschenswert, wenn dieses hinreichend flexibel ist, um sich mit der Zeit zu mehr Freiheit weiter zu entwickeln. Zumindest in der Vergangenheit haben sich aber im nachhinein einige der Beschränkungen der jeweils führenden Staaten als so grundlegend erwiesen, dass sie untergegangen sind und an ihrer Stelle neue, fortschrittlichere Staaten entstanden sind.

Konkurenzkampf der Staaten

Was den Konkurenzkampf der Staaten anbelangt: die Staaten sind tatsächlich nach aussen beschränkt in ihrer Möglichkeit ihre Ziele wirksam zu verfolgen, durch die entsprechenden Ziele und Mittel der anderen Staaten. Ob und inwiefern es dabei zu Konflikten zwischenn ihnen kommt, hängt von den Zielen der Staaten ab.

Keine Instanz über ihnen

Da es keine Instanz über ihnen gibt (auch multilaterale Verträge von EU, OECD, Nato bis hin zu UNO und ihren Völkerbund Vorläufer bedürfen zu ihrer Wirksamkeit ihre Anerkennung durch die jeweiligen Staaten, wie z.B. die USA heutzutage schlagend zeigen und umgekehrt ist die Herstellung dieser verweigerten Anerkennung eine Angelegenheit der jeweiligen mächtigen Staaten, wie auch hier z.B. wieder der USA), ist die Herstellung einer Einigkeit unter den Staaten in die Staaten selbst zu legen.

Das äussere Verhältnis der Staaten hängt von ihrem Inneren ab

Daher hängt das äussere Verhältnis der Staaten von ihrem Inneren ab. Ohne eine Angleichung des Inneren ist eine Angleichung nur im Äusserlichen eben nur äusserlich und daher langfristig instabil.

darauf basierende Harmonie zwischen den Staaten prinzipiell erreichbar...

Eine solche Harmonie der Staaten untereinander im inneren und äusseren, wie sie Leibniz und später auch Kant prinzipiel für erreichbar angesehen haben, mag nicht prinzipiel unmöglich sein, ist im Gegenteil dadurch, dass alle Staaten letzlich Verwirklichung der vernünftigen Zwecke und der Freiheit sind (sie sich also letzlich alle dem gleichen Masstab verdanken) auf lange Sicht, der Tendenz nach, prinzipiel schon möglich.

...aber auf lange Sicht illusorisch

Andererseits sind die existierenden Widersprüche der Staaten im inneren und Äusseren so gross, dass ihre Überwindung auf lange Sicht eher illusorisch ist (Daher müssten die bestehenden Bestrebungen der Staaten, und sei es nach Frieden, internationaler Zusammenarbeit usw. daher in ihren Widersprüchen zur Kentnis genommen und verstanden werden, statt sie naiv in erster Linie als angebliche Verwirklichungen eines Menscheitstraumes zu bestimmen).

Es geht dabei weniger darum, was wünschenswert ist (das wird, wie anderswo gesagt, in der Logik geklärt: Freiheit, Selbstbestimmung usw), sondern die Wirklichkeit wie sie ist zu analysieren (ohne dies sind auch die frommsten Änderungswuensche eben nur utopisch).

persönliche Stellung Hegels zum Krieg aufgrund seiner Erlebnisse und seiner Zeitumstände

Hegel hat übrigens einerseits die Kriegsgreul selbst erlebt und hat andererseits die zu seiner Zeit fortschrittlichen Wirkungen der napoleoninischen Kriege und dann der Kriege gegen Napoleon, die nur auf der Basis weitreichender Reformversprechen dann möglich waren gesehen. Ebenso sah er den reaktionaeren Charachter des nach 1815 installierten Voelkerbundvorläufers der "Heiligen Allianz" (massgeblich getragen von Russland und Metternich), diese Zeitumstände Hegels sind aber für eine Beurteilung der Relevanz von Hegels Gedanken für uns heute natürlich weniger relevant.

Siehe auch