Subjektiver Geist

Aus Kais Hegelwerkstatt
Wechseln zu: Navigation, Suche

Nach Oben

System - Geist

Grenzziehungen / Abgrenzungen

Unter dem Titel subjektiver Geist behandelt Hegel den Menschen als Menschen in seiner Einheit von Körper und Geist, im Gegensatz zum Menschen als biologischen Wesen - wie er auch noch in weiten Teilen der Medizin behandelt wird -, der als solcher bereits am Ende der Naturphilosophie bei den Bestimmungen des Tiers mit behandelt wurde.

Zur Abgrenzung zum objektiven und absoluten Geist siehe: Einteilung Geist#subjektiverGeist.

Gliederung

Der subjektive Geist gliedert sich in

  • Anthropologie / Seele
  • Phänomenologie
  • Psychologie (theoretischer, praktischer und freier Geist)

Anthropologie

Hier geht es zunächst einmal um die Einheit des Geistes mit seinem Körper: im 1.Abschnitt wird zunächst einmal bestimmt, was es als Ausgangspunkt für den Geist bedeutet, dass er Geist eines biologischen Körpers ist (so tritt er z.B. als Mann oder Frau auf, durchlebt einen Alterungsprozess, ist von Wetterschwankungen usw. beeinflusst usw).

Sodann wird die Einheit betont, die der Mensch gegenüber den äußerlichen Veränderungen in seinem Geist darstellt: er nimmt wahr, empfindet usw. gegen die äußeren Zufälligkeiten kann er sich in der Wiederholung gewöhnen (abhärten z.B.), ebenso kann er sich so komplexere Fertigkeiten aneignen, die ihm zur 2. Natur werden (der 2.Teil der Anthropologie schließt daher mit der Gewohnheit).

Im 3.Teil wird dann der Körper als Ausdruck des Geistes behandelt: wenn der Geist sich durch die Gewohnheit den Körper zum Ausdruck seines Geistes gemacht hat, so entsprechen sich Inneres und Äußeres und die Äußerung in Geste und Stimme sind der Ausdruck des Geistes.

Phänomenologie

Beschäftigt sich der 1.Teil, die Anthropologie, mit dem geist und seinem Körper, so beschäftigt sich der 2.Teil mit der Selbstreflektion des Geistes, seinem (Selbst)bewusstsein. Dies erreicht er in der Reflektion in anderes: der Natur und vor allem dem anderen Geist (also anderen Menschen).

Insofern hier bereits von anderen Geistern/Menschen gesprochen wird, ist hier auch schon ein Vorgriff auf den objektiven Geist, der ebenso im 2.Teil der Philosophie des Geistes steht wie die (enz.) Phänomenologie im 2.Teil des subjektiven Geistes steht.

Die drei hier betrachteten Bewusstseinsstufen entsprechen im wesentlichen den 3 ersten Kapiteln der "Phänomenologie des Geistes" (die weiteren Kapitel der "Phänomenologie des Geistes" entsprechen Bewusstseinstufen zu bestimmten historischen Zeiten und von bestimmten Stufen des Systems wie Familie, Staat, Religion und Philosophie, so dass diese mit Recht in der Phänomenologie erst später vorkommen, wenn diese auch in der PdG unter dem besonderen Gesichtspunktes des Bewusstseins behandelt werden. Dafür ist also auch im späteren System ein Ort zu suchen. Ich komme darauf noch zurück).

Interessant ist auch, dass Hegel der 1. Stufe hier den Verstand zuweist und der 3.und letzten Stufe der enz. Phänomenologie die Vernunft. Danach würden die drei Stufen also den 3 Momenten jeden Logischen entsprechen und damit den Anfang (Herausbildung) dieser Momente im Denken/Bewusstsein entsprechen (noch ein Grund, warum man sich überlegen sollte, ob und ggfs. wo Bewusstsein und Selbstbewusstsein ihre Orte/Entsprechungen in der Logik haben könnten.)

Psychologie

ist vielleicht am besten bekannt, durch die Schriften von Güssbacher zum theoretischen Geist und durch die von Peperzaak (und nebenbei den Anfang der Rechtsphilosophie) zum praktischen Geist. Der freie Geist kommt von Hegel erst in der 3.Auflage (oder war es in der 2.Auflage von 1827?) hinzu, als Vereinigung von theoretischem und praktischen Geist und Ausgangspunkt zum Übergang zum objektiven Geist.

Für den objektiven Geist ist der praktische Geist relevanter (die Bestimmungen des abstrakten Willens bilden die Grundlagen des abstrakten Rechts als 1.Teils der Rechtsphilosophie/obj. Geist), für den absoluten Geist der theoretische Geist. Für das 1.Drittel des Abschnitts zur bürgerlichen Gesellschaft, das "System der praktischen Bedürfnisse" sind speziell das praktische Gefühl (wie auch schon deren Vorgriffe in der Anthropologie) relevant.

Sekundärliteratur

Nach unten

Siehe auch