Ongoing Entwurf zum Programm

Aus Kais Hegelwerkstatt
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Dies ist eine sehr vorläufige Roh-Zusammenfassung von mir (Kai) von diversen Überlegungen von mir aus meinem Prvatwiki, diversen Mails und teilweise auch aus der Hegel-Ger Mailingliste.

Sie kann und soll sich noch stark ändern. Idee ist dabei, dass wir hier mit der Zeit etwas entwicklen, was Grundlage sein könnte für die Arbeit mit weiteren Mitstreitern. Dazu muss noch vieles klarer und schärfer herausgearbeitet werden, auch im Fortgang von unseren Studien. Umgekehrt könne hier aber schon offensichtliche Unterschiede vorab besprochen werden.

Zum Ziel

Oberziel: Grundlagen für eine Änderung unserer Praxis

Eigentlich möchte ich die Grundlagen für eine Änderung unserer Praxis aufbauen Ich denke, das dies bald benötigt wird.

Dafür brauchen wir eine gute theoretische Grundlage und Leute, die bei der Erarbeitung und später der Umsetzung mitarbeiten.

Unterscheidung gegenüber anderen derartigen Versuchen ist, das wir uns dabei vor allem auf Hegel als unserer Grundlage berufen, die inhaltlichen Vorzüge und Konsequenzen, die sich daraus ergeben werden im Folgenden noch klarer werden. Ebenso die spezifische Herangehensweise an Hegel um zu wünschenswerten Resultaten zu kommen.

Einigkeit über die Ziele und Methoden, gemeinsame Grundlagen - sind herzustellen

Es gibt im Moment niemand, der mein (unser?) Programm sonst verfolgt.

Grundlage für eine gemeinsame Arbeit müsste auf jeden Fall eine Einigkeit über Ziele und Methoden sein und es müssten gemeinsame Grundlagen, auf die man aufbauen kann, vorliegen. Da wir aber zumindest mein Programm nicht alleine hin bekommen werden (Es ist von vornherein auf eine Kollektivarbeit angelegt), müssen wir diese Voraussetzungen erst selbst schaffen.

Darum eben die Betonung oben darauf, das wir unsere Ziele und unser Vorgehen auch incrementell niederschreiben, um darüber mit anderen eine Einigkeit herzustellen (diese evtl. erst darauf zu bringen, darauf zu fokussieren) und der Fokus auf das Kern-Gerüst, mit dem wir die inhaltlichen Gemeinsamkeiten weitergeben und bei anderen herstellen können.

ein inhaltlicher Nukleus, von dem aus man weiterbauen kann

Inhaltlich geht es mir um einen Nukleus von dem aus man weiterbauen kann.

Es ist dabei wichtiger, das das jeweils erreichte Teilziel ausbaufähig und ggfs. verbesserbar ist, als das es perfekt ist.

Dabei sollte es so sein, das wir bei der Top Down Methode (s.u.) bei jeder Ebene halt machen können sollten und die nächste Ebene einer weiteren Ausbaustufe überlassen können sollten (und umgekehrt kann von jeder Stufe weiter gegangen werden, auch über das von Hegel in den Vorlesungen und der grossen Logik skizierten hinaus).

zur Theoretischen Arbeit - allgemein

Neufassung der Enzyklopaedie

Erstes theoretisches Teilziel ist eine Neufassung der Enzyklopaedie. Logik ist dabei die Grundlage (und 1.Teil), aber nicht Selbstzweck.

Das erstrebte Ziel fuer eine Version 1.0 (oder, bezogen auf Hegel, 2.0, Arbeitstitel wäre also "Hegels System 2.0") ist ein kurzer Text (Umfang ähnlich wie Hegels Nürnberger Enzyklopädie aus der Propädeutik), der etwa die ersten 4 Gliederungsebenen des Systems erklärt und so geschrieben ist, dass man auf seiner Basie Leute schulen kann (und ihn auch interessierten zum Selbststudium in die Hand drücken kann), so dass der Leser dann die nächste, verbesserte Version aufbauen können.

(Siehe dazu auch: Skizze für das Vorgehen bei der Hegelrekonstruktion)

auf dem Weg zu "Hegels System 2.0": Aufbau eines Kernteams, das icremenetell verbessert

  • Ziel wäre also kein ausgereiftes, fertig ausgebautes System, sondern ein möglichst flexibles, dynamisches Grundgerüst, das leicht einsehbar und erweiterbar/ausbaubar ist, gerade in der gemeinschaftlichen Arbeit
  • In Worten der Softwareentwicklung:
    • erstes Teilziel wäre es mit einem Kernteam ein "Hegels System 2.0" als Open Source (bzw. "Open Theory") zu erstellen als Grundlage für ein Hegels System 3.0 ff in einer wachsenden Community
    • release early, release often:
      • Fokus auf Geschwindigkeit, schnelle Ergebnisse (Auch wichtig, da es einen raschen Bedarf gibt). Diese werden angewandt, reviewt, korrigiert - schnelle Lernzyklen, Rückkopplungen
      • wichtiger als Perfektion wäre eher die Offenheit des Entwicklungsprozesses selbst, die Perfektabilität,die Möglichkeit incrementell immer weiter zu verbessern
    • wichtiges daneben laufendes Teilziel wäre die immer bessere Definition der Ziele (insbesondere auch der praktischen Ziele) selbst, die dabei verfolgt/erreicht werden sollen

Bei der Darstellung soll als Kriterium berücksichtigt werden

(insbesondere unter dem Hintergedanken der gemeinsamen Praxis)

Frage ist nochmal, was wollen wir eigentlich erreichen? Ich sehe diese Zielrichtungen: der Kommentar muss so sein, dass er einerseits von anderen Experten, mit denen ich in der "Realphilosophie" zusammenarbeiten will, zum anderen aber auch von der "normalen" Bevölkerung (denn das ist notwendig, wenn das Resultat in die Kultur, das allgemeine und politische Bewusstsein und den politischen Prozess eingehen soll) gelesen und verstanden (und angewandt) werden kann:

  • (a) einerseits kurz, knapp, konzentration auf das wesentliche,
  • (b) verständlich (Übersetzung in heutige Sprache, Beispiele, Bilder)
    • das heisst beides auch: Verzicht auf Details, nur das Grundkonzept - Details können später von Teilprojekten gemacht werden, kann auf der Basis vieler Detailuntersuchungen sei es zu Hegel, sei es aus heutigen Spezialisierungen usw. zusammen getragen werden, wenn das Ganze weiter wächst. Für den Anfang, den Nukleus ist das Wichtigste den Überblick, die Grundlagen zu schaffen, die Basis von der aus weiter aufgebaut werden kann. Ganz grössenwahnsinig könte man auch sagen: wir schaffen, wenn wir erfolgreich sind, (wieder) die Grundlagen für eine neue Universität
  • (c) (als Vereinigung von a+b): Blick auf die praktische Relevanz
    • soll neue Entwicklung/Erkenntnisse mit berücksichtigen, Fehler wo vorhanden korrigieren
    • ist enthalten in der Herangehensweise als Philosophen / Denker, wir wollen nicht Hegel rekonstruieren, sondern seinen Geist und auch das ist kein Selbstzweck sondern wir wollen letztlich die Erkenntnis der selben Probleme haben, mit der sich mit Hegel die führenden Köpfe der Menschheit herumgeschlagen haben (Auf immer neuem Niveau, mit immer wachsenden Einsichten): was ist Wahrheit, wie kann ich sie erfahren; was sind vernünftige Ziele und wie kann ich sie erreichen usw.
  • Schliesslich: pragmatische Vorgehensweise, ressourcenschonend. (Ist auch oben in der Open source Vorgehensweise enthalten).

Soweit mal das ganz grosse Ziel.

zur Verständlichkeit

Wir sollten danach streben, unsere Ergebnisse so einfach zu formulieren wie möglich (aber nicht auf Kosten der Wahrheit: so einfach es geht, aber nicht einfacher). Konkret geht es mir zunächst einmal darum, die Texte so umzuformulieren, dass jeder von uns sie einfach verstehen kann. Wenn wir sie mit unserem Vorwissen nicht verstehen, haben andere, die sich weniger bemühen (die wenigsten machen sich die Mühe Satz für Satz durchzugehen und darüber nachzudenken) es noch schwerer.

Primäres Ziel ist dabei aber erst einmal, das wir uns dazu verständigen und dabei zu richtigen und nüztzlichen (von denen aus es sich gut weiterarbeitenlässt) Ergebnissen kommen.

Dann wird dies auf theoretischer Basis veröffentlicht (absoluter Geist), um sicherzustellen, dass es richtig ist/wird, es offen zu machen für weitere Verbesserung und Kritik.

In einem dritten Schritt wird das ganze dann populär so formuliert, das es auch "normalos" verstehen (wenn das schon in den Schritten vorher ohne Kosten geht, umso besser (Das ist einer der Vorzüge der Angloamerikanischen Kultur, das haben sie gut drauf: da gilt es für Professoren als Auszeichnung, wenn sie sich so einfach ausdrücken könne, das sie auch der Letzte versteht)

Top Down

Das die Übersichten fehlen, ist das grösste Problem. An Detailstudien zur Logik mangelt es inzwischen nicht.

Zum anderen müssen sich ja auch die Detailinterpretationen der Logik (oder des übrigen Systems) jeweils auch danach beurteilen lassen, was sie für das Ganze jeweils bringen, ihr Verhältnis zum Rest des Systems (und unsere Praxis). Das lässt sich aber ebenfalls eher aus dem Ganzen heraus beurteilen.

Von daher nochmals Pladoyer für die Top Down Methode

  • a) Logik - Natur - Geist
  • b) Subjektiver Geist - Objektiver Geist - Absoluter Geist
  • c) Sein - Wesen - Begriff
  • d) Allgemeinheit - Besonderheit - Einzelheit
  • e) subj. Begriff - obj. Begriff (Objekt) - abs. Begriff (Idee)

usw...

zum Vorgehen

Eine Bemerkung zum Vorgehen:

Meines Erachtens gibt es zwei sich ergänzende Vorgehen bei unserer Top-Down Analyse:

(A) Zunächst überlegen wir uns das Ganze unabhängig vom Text.

Dabei ist einerseits die Stellung in der Begriffspyramide nach oben hin mitzubedenken (wir kommen also um eine Bestimmung von Logik/Natur/Geist nicht herum, zum anderen nach unten, bei Geist etwa in subj. Geist, obj. Geist und abs. Geist). (B) Dann überprüfen wir unsere Überlegungen am Text (dazu müssten dann diese 6 Begriffe in dieser Hinsicht nachgeschlagen werden).

(A) Das erste Vorgehen besteht darin, dass wir uns von oben nach unten selbst die Einteilungen erarbeiten: also, wie schon geschrieben, Enz. § 79-82, Logik - Natur - Geist, Sein-Wesen-Begriff usw.

Wie das gehen könnte, habe ich bei der Behandlung von Logik - Natur - Geist versucht vorzuführen: wir versuchen nachzudenken...

  • b inwiefern die Abgrenzung stimmig ist
  • c ob es andere Abgrenzungen geben könnte
  • d wie die Übergänge sind
  • e ob es andere Reihenfolgen geben könnten
  • f wie eine Perspektivenwechsel aufgrund einer anderen Reihenfolge aussehen könnte usw.
  • a In der Einteilung von Logik-Natur-Geist ist dabei die Grundlage, nämlich das Verständnis der 3 Teile die da eingeteilt werden in ihrer Abgrenzung vergleichsweise klar, diese wäre hingegen bei den Einteilungen der Logik vorab erst zu klären, wobei dieses Verständnis der Teile eng zusammenhängt mit ihrem Zusammenhang, warum diese Teile also so aufgeteilt werden.

Dieses Vorgehen hilft uns, unsere jeweiligen Voraussetzungen, Perspektiven, Erwartungen, Vorverständnis usw. mit einzubringen und zum Thema zu machen und unabhängig zu prüfen. Sie hilft uns auch, dem Hegeltext kritisch gegenüber zu treten, sich ihm nicht einfach auszuliefern. Zudem hilft sie bei einer Beurteilung des Zwecks des jeweiligen Bereiches: wo steht er innerhalb des Gesamtsystems, was soll er?

Wenn die Untersuchung von (A) unproblematisch ist, kann man sich für die Top Down-Analyse, zumindest im 1.Durchgang übrigens auch die Schritte (B) und (C) sparen.

(B) Das zweite Vorgehen besteht darin, die selbständigen und kritischen Überlegungen aus (A) mit dem Hegeltext zu konfrontieren und sie, sofern sie eine Interpretation des Hegeltextes sein wollen, im Hegeltext zu "erden". Insofern Hegel über die selben Gegenstände nachdenkt wie wir, muss er zu den selben Ergebnissen kommen, wo dies nicht der Fall ist, zeigen sich entweder Mängel im Hegeltext (die dann zu verstehen sind) oder Mängel in unserer ersten Überlegung, die dann anhand des Hegeltextes zu verfeinern bzw. zu verbessern sind.

Der Hegeltext ist zudem wichtig, um in vielen Stellen (a) überhaupt richtig zu klären: also worum geht es überhaupt an dem speziellen Punkt, in der speziellen Unterteilung.

Insofern kann (B) nicht nur nach (A) stattfinden sondern wird es oft auch innerhalb von (A) stattfinden, um (A) überhaupt sinnvoll zu starten.

Das Vorgehen bei (B) besteht darin, das wir die Schlüsselzitate von Hegel zu den jeweiligen Einteilungen hernehmen und genau analysieren. Ich versuche dabei, die wichtigen Texte aus WdL, Enz, Nünrberger Enz. und Nürnberger Logik für die Mittelklasse zu nehmen, die Vorlesungenstexte (Logikvorlesungen von 1817 und 1831 bei Meiner) und die Schülerschriften (Erdmann, Rosenkranz, Michelet) und darauf zu untersuchen, inwiefern sie erhellendes beizutragen haben.

Der ausgewählte Text sollte dann zumindest im Haupttext (also ohne Zusätze und auch ohne Hegels Anmerkungen) Satz für Satz und Wort für Wort untersucht werden, wie ich dies am Beispiel der Paragraphen 79ff getan habe.

Die Untersuchung der Zitate ist dabei meines Erachtens zunächst mal NICHT der Platz um unsere erweiterten Überlegungen, Vorverständnisse, Fragen usw. einzubringen, sondern dort geht es darum, so genau wie möglich am Text zu bleiben und einerseits zu prüfen, ob unser Vorverständnis sich in der Textaanalyse bewährt, indem es zu einer zwanglosen Übersetzung führt, zum anderen aber festzustellen, wo es noch Unterschiede und Neues gibt, das in unserem Vorverständnis noch nicht enthalten war, entweder in der Form von neuen Einsichten oder in Form von offenen Fragen. Dabei halte ich natürlich auch die Terminologie von Hegel (die sich im Laufe der Logik entwickelt) fest.

(C) In einem dritten Schritt wären dann (A) und (B) miteinander zu verbinden, so dass wir nochmal die Ergebnisse der Zitate aus (B) auf unsere Untersuchungen aus (A) beziehen und uns Rechenschaft darüber abgeben, was wir neu gelernt haben und was das für Konsequenzen hat (Wenn es keine Konsequenzen hat, kann man es sich auch sparen)

Wobei der Schwerpunkt auf die oben genannten Kriterien einerseits, die Einbettung in die jeweils übergeordneten Kapitel (also z.B. Wesenslogik, Logik insgesamt, System) andererseits wichtig wären (und das wie gesagt noch möglichst kurz und verständlich ;-) ). Wichtig wäre dabei vor allem das *weglassen*, also Absehen von Detailproblemen, das Herauspräparieren des wichtigsten Gedanken oder der wichtigsten Gedanken aus dieser o.g. Sichtweise.

Erstes Ziel wäre dabei aber auf jeden Fall eher Geschwindigkeit als Perfektion.

Bei (A) wäre inhaltlich immer gemäss A-B-E zu klären

  • Der Begriff als solcher (wird meist am Anfang von Hegel erklärt. die erste Besonderung vertieft das meistens noch)
    • Zusätzlich evtl:
      • Abgrenzung gegen vorhergehenden und nächsten Abschnitt (bei "kapitelwechseln", Anfang/Ende eines "Kapitels")
      • Abgrenzung nach Oben (Hierarchie darüber)
      • Weitere Parallelen
  • Seine Besonderungen (wird meist sehr kurz am Ende der Einleitung von Hegel erklärt)
    • Zusätzlich evtl die Übergänge
  • Der organische Zusammenhang (muss man meistens selbst herausfinden, oft hilft die letzte, 3. Besonderung weiter)

Material zum heranziehen

Wir können uns dabei die jeweiligen Hegelzitate aus Grossen Logik, Enzyklopädie und Propädeutik dazu holen, sowie die Mitschriften zu Hegels Logikvorlesungen (von 1817 und 1831, bei Meiner) und die Schülerschriften (Erdmann, Rosenkranz, Michelet), mit jeweiliger eigener Gliederung

Als Material könne wir darüberhinaus geeignetes Sekundärmaterial hinzuziehen: Logik Reader, Stekeler, Hoffmann, Iber usw.

Ziel wäre aber jeweils, einen Begriff / Gliederungsebene Top - Down möglichst knackig / knapp gemäss der oben genannten Grundlagen zu beschreiben. Texte sollten also eher einfacher, verständlicher werden (Details auslagern auf eigene Seiten)

Mittel und Organisation

Mailinglisten sind ungeignet

Mailinglisten sind am besten für:

  • Ankuendigungen von Veranstaltungen
  • Rezensionen von Buechern
  • sich gegenseitig finden (ach sieh da, in Hamburg gibt es auch an Hegel Interessierte)
  • Korrdination von Terminen (wann wollen wir uns in Hamburg treffen?)

Alles also Verweise auf Aktivitäten ausserhalb der Listen. Sowie allgemein Fragen und Mitteilung von "Daten". Und dafür sollten wir sie auch nutzen!

Sie sind auch geeignet fuer:

  • Veröffentlichung von Artikel, die anderwso erschienen sind oder später auf Webseiten sollen, die zu Hegel passen.
  • Klärung von ueberschaubaren Fragen die sich relativ leicht lösen lassen (wo hat Hegel dies gesagt? Was meint Hegel mit XYZ? Wie stand Abc zu Hegel?)

mit schon grösseren Einschränkungen lässt sich dort

  • ein begrenzter sokratischer Dialog oder auch
  • ein exemplarischer Schlagabtausch zu einem strittigen Thema durchführen, um daran bestimmte Inhalte deutlich zu machen
  • Evtl. lassen sich auch Onlinekurse durchführen, bei denen gemeinsam ein Buch (hier natürlich von oder zu Hegel) gelesen und gemeinsam durchgearbeitet wird ("Slow Reading Groups")

Die meisten dieser Aktivitäten, insbesondere auch der etwas anspruchsvolleren letzten Art, setzen eigentlich schon einen "Diskussionszusammenhang" ausserhalb der Listen vorraus.

Man kann eigentlich nur effektiv ausserhalb der Liste grundsätzliche Fragen diskutieren, der Hauptteil der inhaltlichen Diskussion ist also ausserhalb der Liste.

Unterschiedliche Positionen über eine Mailingliste zu klären, und gerade da, wo (wie bei Hegel) alle "Werkzeuge" dazu selbst zur Disposition stehen, ist unmöglich (sage ich aus nun über 10 Jahren Erfahrungen in diversen Hegel Mailinglisten), zumindest wenn es dazu keinen Grundkonsens schon von ausserhalb der Liste gibt (Den man, auch das zeigt die Praxis in den diversen Hegel Listen, selbst bei an Hegel interessierten oder sich selbst als Hegelianer bezeichnenden NICHT voraussetzen kann).

Vielleicht liesse sich aber über solche Mailingliste(n) zumindest das Bedürfnis fuer solche Beschäftigung mit Hegel und gar für Treffen dazu ausserhalb der Liste, in der "real world", wecken?

(Insofern sind die Mailinglisten Orte, ab denen man sich für die gemeinsame Arbeit suchen und evtl. finden kann, aber nicht Orte, an denen die Arbeit selbst passiert)

Seminare und Arbeitskreise

Eine Idee, die mir 2005 dazu gekommen ist: vielleicht würde es helfen, wenn wir regional kleine Hegel Studienkreise (so wie es in den 1968er Kapital-Lesegruppen gegeben hat) aufmachen würden.

Ich möchte gerne dabei helfen, in den Städten Hegelsche Arbeitskreise /zur Erarbeitung und Weiterentwicklung der hegelschen Philosophie, also zu gemeinsamer produktiver Arbeit basierend auf Hegel, zu gründen.

In einigen Städten gibt es zumindest mehr oder weniger kleine Ansätze dazu, ich würde gerne dazu beitragen, dass es mehr werden (und vor allem natürlich, dass diese auch fokussiert auf unser Programm sind).

Ich bin dazu auch bereit Starthilfe zu leisten und dazu regelmaessig in andere Städte zu kommen.

Bei den sehr günstigen Flug- und Bahnpreisen heutzutage (sowie den Flatrates für nationale und eruopäische Telefongespräche und last but not least dem Internet selbst) sehe ich auch die Möglichkeit bei Bedarf Gruppen in grossen Städten in Deutschland, Europa und USA zu unterstützen, soweit nur die Gruppengrösse das rechtfertigt (Problem wäre wohl eher erstmal, überhaupt ein Interesse dafür zu wecken).

Aus diesen könnten sich dann auch eher sinnvolle Diskussionen ergeben, die man dann per Email (incl. Mailinglisten) weiterführt, etwa mit Ergebnissen der einzelnen Gruppen oder Fragen, die sich aus solchen Gruppendiskussionen ergeben haben.

Wir können auch Treffen solcher Gruppen / Lesekreise o.ä. auf unseren Webseiten veröffentlichen oder Homepages, Blogsm Wiki (s.u.) o.ä. dieser Gruppen hosten (http://hegel.net/muenchen/ bietet einen Entwurf für eine solche Münchner Gruppe im entstehen).

Wir können auch Material schicken, Seminare organisieren usw.

Solange wir nur so wenige sind, böte sich auch an, sich einfach regelmässig (etwa einmal pro Quartal in einer Stadt zu treffen - etwa in Hamburg als derzeitiger "Hegelianer Hochburg" oder evtl. auch in Berlin).

Es wäre schön, wenn sich auch über Mailingliste und Wiki (dies hier etwa oder auch ein eigenes, das jederzeit von mir eingerichtet werden kann, vgl. unten) mehr solcher Gruppen entwickeln könnten.

Seminare

Als Startup Aktivität bietet sich an, Seminare durchzuführen, lokal oder eher überregional, in einer Grosstadt.

Selbst im teuren München könnte ich z.B. vergleichsweise günstig Räume für ein Wochenendeseminar organisieren, ich nehme an in Hamburg, Berlin usw. geht es noch billiger.

Wir könnten auch werben:

"Bei Interesse können wir auch in Eure Stadt kommen und dort Workshops oder Seminare zu Euch interessierenden Themen (von einer generellen Erklärung des Hegelschen Gesamtsystems, über seine Logik bis hin zu Einzelaspekten und Anwendungsfragen auf aktuelle Themen usw) machen."

Die Veranstaltungen werden in verständlichem deutsch sein, mit dem ausdrücklichen Ziel, Menschen ohne Vorkenntnissen Hegel verständlich zu machen. Unsere Vorgehensweise wird also nicht sein, bei Unverständnis seitens der Zuhörer diese dafür verantwortlich zu machen ("ihr seid halt zu blöd für den ach so komplexen Hegel") sondern im Gegenteil wollen wir unser Hegelverständnis gerader daran messen lassen, dass wir in der Lage sind, derartige Sachverhalte anderen in normaler, heutigen Sprache verständlich zu machen (und dabei die üblichen Unsitten der heute an den Unis vorherrschenden wissenschaftlichen Kommunikation vermeiden, aber dabei natürlich durchaus dankbar auf die Ergebnisse der neusten wissenschaftlichen Forschung zurückgreifen)

Wikis als Mittel

Ziel der theoretischen Zusammenarbeit, sei es in Mailinglisten, sei es in Gruppen und natürlich auch in den Seminaren, wäre ja zunächst einmal die Reproduktion des Hegelschen Grundsystemes sowie dessen Aktualisierung (verständlich machen usw), wie oben beschrieben.

Die dabei ereichten Einsichten wären in gemeinsamen inkrementell erweiterten und verbeserten Dokumenten festzuhalten.

Vorgehen wäre mittels Wiki. Dieses erlaubt es (ich experimentiere noch damit), Ziel-fokussiert zusammenzuarbeiten und gemeinsam zu denken und den Denkprozess festzuhalten.

(wie sich zeigt, erlaubt dieses Mittel sogar, einzeln oder zu zweit vorzuarbeiten, wo noch keine weiteren Mitstreiter präsent sind).

Wiki Arbeit sieht jedenfalls so aus, das wir alles strukturieren: hierarchische Struktur wie bei Hegel-System.de habe ich als 1.Struktur genommen (nach oben, nach unten), aber ich kann hier auch alternative Strukturen einbauen, manche Seiten haben 2 oder 3 alternative Einordnungen oben. Ebenso können Crosslinks (etwa in Siehe auch, und in den direkten Links im Artikel) eingebaut werden.

Generell sehe ich das gerade als Vorteil des Wikis an: das Material kann hier immer wieder umstrukturiert werden (flexibel, passt sich an) und ist ergebniszentriert, es fördert das inkrementelle arbeiten und die Zusammenarbeit in Hinblick auf die Erarbeitung von Texten.

Es ist sowohl für die Einzelarbeit nützlich (kann u.a. ähnlich wie Brainstorming eingesetzt werden und dann strukturieren und in die Tiefe gehen - besser als Brainstorming), wie auch für den Austausch zu zweit, wie auch für grössere Teams (Wikipedia zeigt, das es auch mit sehr grossen Teams geht).

Ich würde Wikis also für all das einsetzen wollen: Selbstverständigung, Organisatorisches (da kann man sich auf WikiPedia.org auch noch einiges an Ideen abschauen), theoretische Arbeit mit Ziel Theoretische Papiere, Studien/Schulungen mit Ergebnis Schulungspapiere, und später auch die Organisation der praktischen Tätigkeiten bis hin zum gemeinsamen Flugblattentwurf.

Dabei gäbe es dann z.B. ein internes Wiki und ein externes Wiki zum publizieren. Zudem kann man die Texte auch als PDF anbieten oder evtl. auch einem Verlag, wenn es der Verbreitung zuträglicher ist. (Habe nebenbei auch alles um selbst einen Verlag aufzumachen, hatte auch schon mal als Schüler eine Nonprofit-Druckerei mit gebrauchter Rotaprint A4 Offsetdruckmaschine und noch manches andere gemacht).

Nebenbei: vielleicht kann man aus Hegel x.o später auch mal eine philosophische Online Enyzklopädie machen, was allerdings im Gegensatz zu Wiki eine entsprechende Schulung der Mitarbeiter erfordern würde. Das könnte Teil einer Praxis werden.

Wenn sich Wikis durchsetzen, könnten wir da evtl. ein Teil unserer Inhalte / Konzepte damit verbinden (Das nur ganz am Rande).

Siehe auch