Objekt

Aus Kais Hegelwerkstatt
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System - Logik - Begriff

zum Übergang auf das Objekt

Zum Objekt gibt es drei sich ergänzende Übergänge:

  • zum Ersten inhaltlich (vom subjektiven Begriff als Ganzem): Wahrheit ist die Überinstimmung einer Theorie, eines Begriffs mit seinem Gegenstand. Woran soll man das aber unterscheiden? Alles was wir vom Gegenstand wissen ist doch auch in unserm Geist (Wahrnehmung usw). Von daher ist ein Gegenstand "auf den Begriff gebracht", tatsächlich die höchste Form der Übereinstimmung mit seinem Gegenstand: Objekt
  • zum Zweiten formell (vom Begriff an sich): das Allgemeine besondert sich in seine Besonderheiten. Der allgemeine Begriff ist zugleich der erste besondere Begriff, nämlich der Begriff des Begriffs. Darum müssen nun die anderen Grundformen der Begriffe folgen.
  • zum Dritten der direkte Übergang vom letzten Teil des Schlusses: Der disjunktiven Schluss setzt die Besonderheiten vorraus, darum ist es nun an der Zeit, die besonderen Begriffe darzustellen

zur Objektivität des Objektes

Wenn du dich fragst, wie du denn beweisen willst, dass, sagen wir, eine subjektive Vorstellung falsch ist, nicht objektiv, dann unterstellt das die Möglichkeit eines Vergleiches im Kopf/Geist, es geschieht in der Praxis durch eine graduelle Verbesserung (Erfahrung, Lernen, Experimente usw) unserer Vorstellungen zu immer grösserer Annäherung an die "Realität" (welche somit gleichzeitig als subjektiv und objektiv, gerade ohne nur das eine zu sein, also in ihrer Wahrheit als Einheit von beidem zu sein, bestimmt wird, ganz wie der klassiche Wahrheitsbegriff lautet, dass die Wahrheit die Übereinstimmung von subjektivem Konzept/Bild/Vorstellung/Begriff ("Subjekt") usw und der Realität/Welt/Gegenstand ("Objekt") ist.

(unklar? Vergleiche dazu Begriffstutorial, Unwissenheit und Skeptizismus , Wahrheitssuche als unendlicher Prozess)

Wenn also der Gegenstand auch richtig auf den Begriff gebracht wurde, dann ist der Begriff des Gegenstandes für uns das Objekt.

Zugleich ist hier aber (im Gegensatz zum Begriff an sich) die Differenz natürlich mit gedacht, darum hier eine durch uns hergestellte Einheit (die einen Unterschied in sich einschliesst).

In der hegelschen Sprache wird das dann so ausgedrückt, dass diese Objekete "sind", "Realität" haben, "viele" sind (wobei Hegel pädagogisch etwas unpassend gleich noch Leibniz Monade bespricht usw.), wobei es verwirrend sein mag, dass diese (aber notwendigerweise, mit ähnlichen Argumenten wie oben) ebenfalla in der Logik abgehandelt werden.

Das, was woran man eigentlich denkt, bei der Selbständigkeit der Aussenwelt, ist der Korrekturfaktor: es kann sein, dass sich im nachhinein herausstellt, dass ich etwas übersehen habe (siehe dazu Unwissenheit und Skeptizismus), dass ich also doch nicht alles auf den Begriff gebracht habe (dann ist zumindest zeitweise etwas, was noch nicht im -alten- Begriff enthalten ist, Adorno würde es wohl Nicht-Identität nennen).

(Diese Differenz wird zwar prinzipiell überwunden, wie in den Ausführungen zur Unendlichkeit und Wahrheitssuche als unendlicher Prozess dargestellt, aber auch die Überwindung unterstellt die Differenz)-

Hier ergibt sich ein fundamentaler Unterschied zwischen Logik, Natur und Geist (siehe dazu auch: Abgrenzung: Logik - Natur - Geist)

  • die Logik untersucht sich selbst, keine Differenz (innerhalb der Lehre vom Begriff ist das der subjektive Begriff).
  • Die Natur untersucht etwas prinzipiell anderes, Differenz (darum ist hier der Ort, an den besonders gedacht beim Objekt als etwas, das auch eine Differenz zwischen Subjekt und Objekt mit unterstellt, hier ist der Ort für Experimente zur Befragung der Natur usw).
  • Im Geist (innerhalb der Logik ist das zumindest der 2. und 3.Teil der Idee) ist die Differenz prinzipiel wieder überwunden, ist uns nichts prinzipiell fremdes mehr.

D.h. gerade aus dem Wunsch, diesen Unterschied in der Logik abzuhandeln, komme ich auf die Objektivität und die Idee (und dementsprechend dann auf die Natur- und Geistesphilosophie).

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Siehe auch