Kleine Überlegung womit der Anfang in der Wesenslogik zu machen ist

Aus Kais Hegelwerkstatt
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In der Hegelianer-Heute Liste und auch hier kam die Frage auf, womit der Anfang in der Wesenslogik zu machen ist, wie in der Enzyklopädie gleich mit der Identitaet anzufangen, oder wie in der WdL mit eigenen Reflektionen zur Wesenslogik.

1. Nun, wie da schon geschrieben, gibt es eine klare Parallele zwischen reinem Sein und Identitaet und reinem Nichts und Unterschied und Werden und Grund.

Das spraeche dafuer, die Wesenslogik, als parallelen zweiten Anfang der Logik, mit Identitaet anfangen zu lassen.

2. Aber die Wesenslogik ist der Zweite Anfang, sie kommt nach der Seinslogik, von daher ist es auch richtig, diesem Anfang einen Abschnitt vorausgehen zu lassen, in dem die Besonderheit der Wesenslogik (gegenueber der Senslogik und Für sich) erläutert wird.

Es ist ja kein unmittelbarer Anfang wie bei der Seinslogik, sondern ein durch die Seinslogik vermittelter, von daher wuerde man vorher eine Reflexion erwarten (gerade im Kapitel zur Reflexion).

3. Andererseits koennte man sagen, dass die Seinslogik eben diese vorausgehende Vermittlung ist, und die Durchfuehrung in der Wesenslogik folgt, so dass dieses Einleitungskapitel etwa den Status hat, den sonst Hegels Erlaeuterungen ueber den komenden Teil (Gliederung etc) haben, eine Uebersicht, die im Folgenden Text ausgefuehrt wird, und daher, waeren es nicht paedagogische/uebersichtsgruende, auch weggelassen werden koennte (und die Erdmann daher jeweils ans Ende seiner Abschnitte verschiebt).

Die Frage waere dann zum einen, ob Hegel in dem Rest der Wesenslogik das ausfuehrt, was er am Anfang der WdL in Nuce erlaeutert (so dass man diesen Teil auch aus dem Rest des Textes ableiten koennte, so dass bei einem Weglassen nichts wirklich verloren geht), zum anderen, wie hilfreich diese Vorwegnahme in abstracto im ersten Teil wirklich ist.

Erdmann macht es in seiner Wesenslogik ja so aenlich, er faengtt zwar mit der Identitaet an, stellt dem aber vorher 1-2 Paragraphen zur Erlaeuteurng voran, in denen er kurz auf Wesen, Schein usw. eingeht.

4. Abschliessend liesse sich die Frage vielleicht klaeren, wenn wir beruecksichtigen, dass jeder Teil der Logik vermutlich einen anderen, eigenen angemessenen Anfang haben wird: die Seinslogik natuerlich einen Unmittelbaren, der sich in der Folge als Mangelhaft herausstellt, und aus dessen (teilweise) Mangelhaftigkeit sich der Fortgang im Rest des Seinskapitels ergeben wird, die Begrifslogik umgekehrt einen "fuersich" aus dem sich der Rest ableiten laesst.

Welcher Anfang waere nun also fuer die Wesenslogik angemessen?

Natuerlich ein Anfang der Reflexion. Frage waere hier, ob sich das aus dem Identtaet-Unterschied-Grund schon herausholen liesse, so dass dieser sich zu einem kompletten Anfang ausbauen liesse, so dass ein expliziter eigener Anfang davor nur eine Verdoppelung waere, oder ob hier ein eigenes Kapitel von noeten waere (und dann ob dieser extra Abschnitt in der WdL die Erwartungen an einen der Wesenslogik gemaessen reflektierten Anfang erfuellt).

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