Hegels Geschichtsphilosophie im Kontext seines Systems

Aus Kais Hegelwerkstatt
Version vom 26. Dezember 2015, 20:39 Uhr von Kai (Diskussion | Beiträge) (eigentlicher subjektiver Geist: - grössere Teile ausgelagert in den Artikel zum subjektiven Geist)

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Voraussetzungen / Bedingungen

In der Realphilosophie geht Hegels Philosophie des Objektiven Geistes, in der seine Philosophie der Weltgeschichte stattfindet, die Philosophie der Natur und die Philosophie des subjektiven Geistes voraus.

Aus dem Kontext des Staates ist dessen Voraussetzung, Material/Mittel und Bedingung/Schranke sein Land (Natur) und sein Volk (subj.Geist).

Natur

[den grössten Teil des hier vormals ausgeführten habe ich nach Natur verschoben, da für den hier beabsichtigten Gedankengang eher ablenkend]

Für die Erd-/Menschheitsgeschichte ist hier relevant, dass die Erde von den Lebenwesen verändert wird, welche wiederum beide vom Menschen ("Geist") verändert werden (vgl. auch Vernadsky).

Aus der Perspektive des weltgeschichtlichen Staates hat dieser sein geographisches Territorium auf der Erde (mit entsprechenden Mineralien in der Erde, bestimmten Klima, Flüssen, Nähe zum Meer, Gebirgen usw) und darin bestimmte Flora und Fauna als Ausgangspunkt, die er ggfs. mit der Zeit ändert.

So ist der Raum zunächst einmal ja die Grundlage und Bedingung, in der sich menschliche Gesellschaften entwickeln: je nach geologischer Beschaffenheit und Klima entwickelt sich eine bestimmtes Flora und Fauna, und diese mineralogischen, pflanzlichen und tierischen Materialien werden von den Menschen dann als Rohstoffe genutzt, woraus sich dann schon einmal unterschiedliche Umgangsformen mit der Natur (Jäger und Sammler, Hirte, Ackerbauer, Fischer usw), und damit auch gewisse erste gesellschaftliche und ökonomische Verhältnisse, gewisse geistige Beschäftigungen und Herangehensweisen usw. ergeben. Die Menschen wirken dabei wiederum auf diese Grundlagen ein und verändern diese selbst wieder entsprechend ihren Zwecken (sie gestalten aus Steinen und Holz z.B. einerseits Bauwerke, andererseits Werkstoffe, Pflanzen werden nicht nur konsumiert sondern auch angebaut und gezüchtet, ebenso Tiere usw), die menschliche Gesellschaft als solche bildet sich auch fort usw. Dabei entwickeln sich dann eigenen Kulturgrundlagen wie etwa Sprache, Religion, Kunst usw, die selbst eine gestaltende Grundlage bilden usw.

All dies passiert in einem nach bestimmten Raum, der nach geographischen Gegebenheiten (Gebirgen, Meeren, Flüssen usw) gegliederten bzw. von anderen Räumen geschieden wird, später wirken die sich daraus entwickelnden ökonomisch-sozialen Unterschiede (z.B. hier Hirte, da Bauer - wie etwa im plakativen Beispiel von Kain und Abel), wie auch Sprachen und Religionen selbst als zusätzliche/stärkere Trennlinien, wo die reinen physikalischen Trennungen mit der Zeit überwunden werden (aber auch umgekehrt führt die Überwindung der Trennungen, etwa durch bessere Verkehrstechnik (und m.E. der Kommunikationstechnik), zu einer gegenseitigen Beeinflussung der Kunst, Religion, Gebräuche, usw., zur Verbreitung von Erfindungen und der damit einhergehenden Technik/Ökonomie usw).

subjektiver Geist

Staatsvolk

Sodann hat der Staat ein Staatsvolk. Bevölkerungswissenschaftlich stellt sich dies dar als gegliedert in Männer und Frauen, einer bestimmten Altersstruktur, bestimmten Rassen und Völkern (im Falle von Vielvölkerstaaten wie auch bei Staaten mit Migranten usw). Für ein modernes Beispiel hegelianischer Bevölkerungswissenschaft siehe Emanuel Todd.

Interessanterweise werden diese Voraussetzungen in Hegels Anthropologie besprochen (was etwa erklärt, warum dort Völker mit aufgeführt sind), wobei allerdings nicht alle in der Anthropologie besprochenen Kategorien bevölkerungswissenschaftlich relevant sind (beispiel Schlafen/Wachen), wie auch umgekehrt vermutlich nicht alle bevölkerungswissenschaftlichen Kategorien da abgehandelt sind.

Interessant sind z.B. die Gegebenheiten, die sich ändern lassen, wie etwa die Berufsstruktur und der Bildungsgrad, die religiösen Grundüberzeugungen u.ä. (durch mehr oder weniger grobe Maßnahmen wie Vertreibungen, Familienpolitik u.ä. werden und wurden in der Vergangenheit von Staaten auch schon die härteren Voraussetzungen wie Völker/Rassenanteile, Altersdurchschnitt u.ä. geändert).

eigentlicher subjektiver Geist

Eben habe ich die beiden Voraussetzungen / Material des Staates (Raum/Land und Bevölkerung) betrachtet und dazu die beiden vorangehenden Abschnitte der Enzyklopädie unter dem Gesichtspunkt behandelt (Da dies aber nicht der Gesichtspunkt ist, unter dem Hegel den "subjektiven Geist" in dem entsprechenden Abschnitt der Enzyklopädie behandelt, habe ich den hier ursprünglich als Exkurs behandelte Darstellung der Kurzgliederung des subjektiven Geistes in den entsprechenden Artikel zum subjektiven Geist ausgelagert).

Für den objektiven Geist ist der praktische Geist (als 2. Teil der Psychologie, die wiederum den 3. Teil des subjektiven Geistes ausmacht) relevanter (die Bestimmungen des abstrakten Willens bilden die Grundlagen des abstrakten Rechts als 1.Teils der Rechtsphilosophie/objektiven Geist), für den absoluten Geist der theoretische Geist. Für das 1.Drittel des Abschnitts zur bürgerlichen Gesellschaft, das "System der praktischen Bedürfnisse" sind speziell das praktische Gefühl (wie auch schon deren Vorgriffe in der Anthropologie) relevant.

objektiver Geist

Der objektive Geist als sich objektivierender praktische Geist teilt sich zunächst in das abstrakte Recht als den abstrakten äußeren Wille, und die Moralität als abstrakter innerer Wille, sowie in deren wahrheit, die Einheit von äußerem und inneren Willen in der praktizierten gesellschaftlichen Objektivität (Sittlichkeit) [d.h. wahrscheinlich auch, das die drei Sphären der Sittlichkeit jeweils ihre eigenes Recht und Moralität haben, die Hegel allerdings nicht explizit darstellt].

[hier, wo es spannend wird, bricht das Manuskript erst einmal ab. to be continued]

Siehe auch