Hegels Geschichtsphilosophie im Kontext seines Systems

Aus Kais Hegelwerkstatt
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Voraussetzungen / Bedingungen

In der Realphilosophie geht Hegels Philosophie des Objektiven Geistes, in der seine Philosophie der Weltgeschichte stattfindet, die Philosophie der Natur und die Philosophie des subjektiven Geistes voraus.

Aus dem Kontext des Staates ist dessen Voraussetzung, Material/Mittel und Bedingung/Schranke sein Land (Natur) und sein Volk (subj.Geist).

Natur

[den grössten Teil des hier vormals ausgeführten habe ich nach Natur verschoben, da für den hier beabsichtigten Gedankengang eher ablenkend]

Für die Erd-/Menschheitsgeschichte ist hier relevant, dass die Erde von den Lebenwesen verändert wird, welche wiederum beide vom Menschen ("Geist") verändert werden (vgl. auch Vernadski).

Aus der Perspektive des weltgeschichtlichen Staates hat dieser sein geographisches Territorium auf der Erde (mit entsprechenden Mineralien in der Erde, bestimmten Klima, Flüssen, Nähe zum Meer, Gebirgen usw) und darin bestimmte Flora und Fauna als Ausgangspunkt, die er ggfs. mit der Zeit ändert.

So ist der Raum zunächst einmal ja die Grundlage und Bedingung, in der sich menschliche Gesellschaften entwickeln: je nach geologischer Beschaffenheit und Klima entwickelt sich eine bestimmtes Flora und Fauna, und diese mineralogischen, pflanzlichen und tierischen Materialien werden von den Menschen dann als Rohstoffe genutzt, woraus sich dann schon einmal unterschiedliche Umgangsformen mit der Natur (Jäger und Sammler, Hirte, Ackerbauer, Fischer usw), und damit auch gewisse erste gesellschaftliche und ökonomische Verhältnisse, gewisse geistige Beschäftigungen und Herangehensweisen usw. ergeben. Die Menschen wirken dabei wiederum auf diese Grundlagen ein und verändern diese selbst wieder entsprechend ihren Zwecken (sie gestalten aus Steinen und Holz z.B. einerseits Bauwerke, andererseits Werkstoffe, Pflanzen werden nicht nur konsumiert sondern auch angebaut und gezüchtet, ebenso Tiere usw), die menschliche Gesellschaft als solche bildet sich auch fort usw. Dabei entwickeln sich dann eigenen Kulturgrundlagen wie etwa Sprache, Religion, Kunst usw, die selbst eine gestaltende Grundlage bilden usw.

All dies passiert in einem nach bestimmten Raum, der nach geographischen Gegebenheiten (Gebirgen, Meeren, Flüssen usw) gegliederten bzw. von anderen Räumen geschieden wird, später wirken die sich daraus entwickelnden ökonomisch-sozialen Unterschiede (z.B. hier Hirte, da Bauer - wie etwa im plakativen Beispiel von Kain und Abel), wie auch Sprachen und Religionen selbst als zusätzliche/stärkere Trennlinien, wo die reinen physikalischen Trennungen mit der Zeit überwunden werden (aber auch umgekehrt führt die Überwindung der Trennungen, etwa durch bessere Verkehrstechnik (und m.E. der Kommunikationstechnik), zu einer gegenseitigen Beeinflussung der Kunst, Religion, Gebräuche, usw., zur Verbreitung von Erfindungen und der damit einhergehenden Technik/Ökonomie usw).

subjektiver Geist

Staatsvolk

Sodann hat der Staat ein Staatsvolk. Bevölkerungswissenschaftlich stellt sich dies dar als gegliedert in Männer und Frauen, einer bestimmten Altersstruktur, bestimmten Rassen und Völkern (im Falle von Vielvölkerstaaten wie auch bei Staaten mit Migranten usw). Interessanterweise werden diese Voraussetzungen in Hegels Anthropologie besprochen (was etwa erklärt, warum dort Völker mit aufgeführt sind), wobei allerdings nicht alle in der anthropologie besprochenen Kategorien bevölkerungswissenschaftlich relevant sind (beispiel schlafen/wachen), wie auch umgekehrt vermutlich nicht alle bevölkerungswissenschaftlichen Kategorien da abgehandelt sind. interessant sind z.B. die Gegebenheiten, die sich ändern lassen, wie etwa die Berufsstruktur und der Bildungsgrad, die religiösen Grundüberzeugungen u.ä. (durch mehr oder weniger grobe Maßnahmen wie Vertreibungen, Familienpolitik u.ä. werden und wurden in der Vergangenheit von staaten auch schon die härteren Voraussetzungen wie Völker/Rassenanteile, Altersdurchschnitt u.ä. geändert).

eigentlicher subjektiver Geist

Eben habe ich die beiden Voraussetzungen / Material des Staates betrachtet und dazu die beiden vorangehenden Abschnitte der Enzyklopädie unter dem Gesichtspunkt behandelt. Speziell beim subjektiven Geist ist das aber gar nicht Hegels Gesichtspunkt, sondern er behandelt darin zunächst etwas anderes (den Menschen als Menschen in seiner Einheit von Körper und Geist, im Gegensatz zum menschen als biologischen wesen - wie er auch noch in weiten teilen der Medizin behandelt wird -, der als solcher bereits am Ende der Naturphilosophie bei den Bestimmungen des Tiers mit behandelt wurde). Dies soll hier als Exkurs auch kurz für sich dargestellt werden, auch wenn dies im Nachfolgenden keine direkte Rolle spielt, so kann es gut sein, das im nachfolgenden hier noch einiges zu ergänzen ist.

Anthropologie

Hier geht es zunächst einmal um die Einheit des Geistes mit seinem Körper: im 1.Abschnitt wird zunächst einmal bestimmt, was es als Ausgangspunkt für den Geist bedeutet, dass er Geist eines biologischen Körpers ist (so tritt er z.B. als Mann oder Frau auf, durchlebt einen Alterungsprozess, ist von Wetterschwankungen usw. beeinflusst usw).

Sodann wird die Einheit betont, die der mensch gegenüber den äußerlichen Veränderungen in seinem geist darstellt: er nimmt wahr, empfindet usw. gegen die äußeren Zufälligkeiten kann er sich in der Wiederholung gewöhnen (abhärten z.B.), ebenso kann er sich so komplexere Fertigkeiten aneignen, die ihm zur 2. Natur werden (der 2.Teil der Anthropologie schließt daher mit der Gewohnheit).

Im 3.Teil wird dann der Körper als Ausdruck des Geistes behandelt: wenn der Geist sich durch die Gewohnheit den Körper zum Ausdruck seines Geistes gemacht hat, so entsprechen sich Inneres und Äußeres und die Äußerung in Geste und Stimme sind der ausdruck des Geistes.

Phänomenologie

Beschäftigt sich der 1.Teil, die Anthropologie, mit dem geist und seinem Körper, so beschäftigt sich der 2.Teil mit der Selbstreflektion des Geistes, seinem (selbst)bewusstsein. dies erreicht er in der Reflektion in anderes: der Natur und vor allem dem anderen Geist (also anderen Menschen).

Insofern hier bereits von anderen Geistern/Menschen gesprochen wird, ist hier auch schon ein Vorgriff auf den objektiven Geist, der ebenso im 2.Teil der Philosophie des Geistes steht wie die (enz.) Phänomenologie im 2.Teil des subjektiven Geistes steht.

Die drei hier betrachteten Bewusstseinsstufen entsprechen im wesentlichen den 3 ersten Kapiteln der "Phänomenologie des Geistes" (die weiteren Kapitel der "Phänomenologie des Geistes" entsprechen Bewusstseinstufen zu bestimmten historischen Zeiten und von bestimmten Stufen des Systems wie Familie, Staat, Religion und Philosophie, so dass diese mit Recht in der Phänomenologie erst später vorkommen, wenn diese auch in der PdG unter dem besonderen Gesichtspunktes des Bewusstseins behandelt werden. Dafür ist also auch im späteren System ein Ort zu suchen. Ich komme darauf noch zurück).

Interessant ist auch, dass Hegel der 1. Stufe hier den Verstand zuweist und der 3.und letzten Stufe der enz. Phänomenologie die Vernunft. Danach würden die drei Stufen also den 3 Momenten jeden Logischen entsprechen und damit den Anfang (Herausbildung) dieser Momente im Denken/Bewusstsein entsprechen (noch ein Grund, warum man sich überlegen sollte, ob und ggfs. wo Bewusstsein und Selbstbewusstsein ihre Orte/Entsprechungen in der Logik haben könnten.)

Psychologie

ist vielleicht am besten bekannt, durch die Schriften von Güssbacher zum theoretischen Geist und durch die von Peperzaak (und nebenbei den Anfang der Rechtsphilosophie) zum praktischen Geist. Der freie Geist kommt von Hegel erst in der 3.Auflage (oder war es in der 2.Auflage von 1827?) hinzu, als Vereinigung von theoretischem und praktischen Geist und Ausgangspunkt zum Übergang zum objektiven Geist.

Für den objektiven Geist ist der praktische Geist relevanter (die Bestimmungen des abstrakten Willens bilden die Grundlagen des abstrakten Rechts als 1.Teils der Rechtsphilosophie/obj. Geist), für den abs. Geist der theoretische Geist. Für das 1.Drittel des Abschnitts zur bürgerlichen Gesellschaft, das "System der praktischen Bedürfnisse" sind speziell das praktische Gefühl (wie auch schon deren Vorgriffe in der Anthropologie) relevant.

objektiver Geist

Der objektive Geist als sich objektivierender praktische Geist teilt sich zunächst in das abstrakte Recht als den abstrakten äußeren Wille, und die Moralität als abstrakter innerer Wille, sowie in deren wahrheit, die Einheit von äußerem und inneren Willen in der praktizierten gesellschaftlichen Objektivität (Sittlichkeit) [d.h. wahrscheinlich auch, das die drei Sphären der Sittlichkeit jeweils ihre eigenes Recht und Moralität haben, die Hegel allerdings nicht explizit darstellt].

[hier, wo es spannend wird, bricht das Manuskript erst einmal ab. to be continued]

Siehe auch