Anthropologie

Aus Kais Hegelwerkstatt
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System - Geist - Subjektiver Geist

Natürlich

Bei Hegel ist scharf zu unterscheiden zwischen "natürlich" i.S. von "im seinem Begriff angelegt" (in dem Sinne wäre das Denken die Natur des Menschen) und natürlich im Sinne von "durch die Natur bestimmt", nicht durch Argumente vermittelt. Letzteres ist nach Hegel ein Mangel, den es zu überwinden gilt. Umgekehrt ist es unagemessen, die Menschen körperlich zu bestimmen, statt durch ihren Geist.

Biologie

Ein Mensch ist biologisch Mensch, aber erschöpft sich darin nicht. Nach seiner biologischen Natur fällt der Mensch unter die Biologie und das ist daher auch Teil seiner Bestimmung (das wäre sozusagen das gemeinsame, zu dem noch eine Differentia Specifica hinzukomen muss).

Selbstbildung

So wie in der Weltgeschichte die Geographie (Klima, Ressourcen, Verkehrswege usw.) die Frühgeschichte ganz anders mitprägt (ein Gedanke, der schon vor Hegel herausgefunden wurde, den er nur aufnimmt) als später (menschliche Erfindungen, z.B. in der Verkehrstechnik und der Telekommunikation usw., relativieren diese äußerlichen Umstände immer stärker), so ist auch der Mensch geschichtlich wie individuell immer weniger von seinem Körper bestimmt.

Der Einheit mit dem Körper wird von Hegel nicht einfach eine Verleugnung des Körpers gegenüber gesetzt, sondern als Ideal wird die Umbildung des Körpers (Harmonische Einheit von Geist und Körper, Freiheit des Geistes im Körper) gesehen.

Darum fängt der 1. Teil von Hegels Subjektiven Geist, seine Anthropologie, zwar mit den körperlichen Voraussetzungen an, aber sie endet mit der Selbstbildung des Menschen durch Lernen, Übung, Gewohnheit uswusf, so dass sich dann sein Geist in seinem Körper ausdrückt (statt dass umgekehrt in erster Linie der Geist durch den Körper bestimmt ist).

Durchführung

Hier geht es zunächst einmal um die Einheit des Geistes mit seinem Körper: im 1.Abschnitt wird zunächst einmal bestimmt, was es als Ausgangspunkt für den Geist bedeutet, dass er Geist eines biologischen Körpers ist (so tritt er z.B. als Mann oder Frau auf, durchlebt einen Alterungsprozess, ist von Wetterschwankungen usw. beeinflusst usw).

Sodann wird die Einheit betont, die der Mensch gegenüber den äußerlichen Veränderungen in seinem Geist darstellt: er nimmt wahr, empfindet usw. gegen die äußeren Zufälligkeiten kann er sich in der Wiederholung gewöhnen (abhärten z.B.), ebenso kann er sich so komplexere Fertigkeiten aneignen, die ihm zur 2. Natur werden (der 2.Teil der Anthropologie schließt daher mit der Gewohnheit).

Im 3.Teil wird dann der Körper als Ausdruck des Geistes behandelt: wenn der Geist sich durch die Gewohnheit den Körper zum Ausdruck seines Geistes gemacht hat, so entsprechen sich Inneres und Äußeres und die Äußerung in Geste und Stimme sind der Ausdruck des Geistes.

Siehe auch